Free Elena | 7 Sky Magazine

Fall 2012

Photographer: Gregi Roethlisberger

Photographer: Gregi Roethlisberger

FREE ELENA
Immer höher hinaus und vorwärts
Texte / Elena
Image / Gregor Röthlisberger

EINES TAGES FLATTERTEN BILDER MIT EINER KURZEN NOTIZ EINER „UNBEKANNTEN“ SCHWEIZER SNOWBOARDERIN IN UNSERE REDAKTION, DIE UNSEREN ATEM EINEN KLEINEN MOMENT STOCKEN LIESSEN. ELENA… HEISST DIE PERLE, DIE SEIT IHREM MAIL AN UNS ANFANGS 2012 AUCH BEI SWISS SNOWBOARD UNTERGEKOMMEN IST. WHO WUNDERS ! WIR BATEN SIE UM EINEN OPEN LETTER ZUM THEMA „FORWARD“.

Vorwärts
Alles geht vorwärts und verändert sich. Für jeden ist es wichtig, vorwärts zu kommen. Auch wenn man nicht immer weiss, wie schnell sich etwas verändern wird und in welche Richtung.

Raum
Beim Snowboarden spielen viele Richtungen eine Rolle. Abwärts für Speed, aufwärts für Airtime und natürlich links, rechts, rückwärts, vorwärts. Meistens bin ich ziemlich schnell unterwegs, und doch habe ich dabei das Gefühl, dass die Zeit stehen bleibt.

Kreativität
Wenn im Winter Schnee liegt, kann ich von Mauern hinunterspringen und Saltos machen, ohne mir weh zu tun. Schnee hat etwas extrem Verspieltes, und das gefällt mir. Snowboarden bietet mir die Möglichkeit, das Verspielte mit der Geschwindigkeit, die ich vom Skifahren her kenne, zu kombinieren. Gemeinsam mit meinem Bruder baute ich die ersten Schanzen und lernte im Tiefschnee zu fahren. Mit 16 ging’s in den Park. Und als ich dann erfuhr, dass der Snowboard Shop in Scuol Trainings organisiert, sagte ich mir : „Wenn ich da rein komme, kaufe ich mir einen Helm und gebe Gas.“ Die Zipfelmütze wurde durch einen Helm ersetzt, und ich wurde in die Girls Snowboardcrew aufgenommen, die Pink Ladys. Zusammen rockten wir regionale Contests, schrieben zu dritt ein Dossier und kamen so zu unserem ersten Sponsor.

Freiheit
Snowboarden bedeutete für mich schon immer Freiheit. Die Freiheit, während eines Erlebnisses die Zeit zu vergessen und dabei etwas zu tun, was sich gut anfühlt. Beim Snowboarden kann man nicht immer alles planen. Das macht den Sport umso interessanter. Man muss sich fortlaufend den Schneeverhältnisse und dem Wetter anpassen und erlebt daher die Natur so hautnah mit. Wenn das Wetter verrückt spielt und ich nicht so fahren kann, wie ich es mir vorgestellt habe, setze ich kreative Ideen um, baue beispielsweise eine Quarter und probiere Handplants aus. Einmal haben wir auf einem Schneefleck einen Campingstuhl gejibbt. Allgemein hilft Kreativität, um im Leben das Beste aus der jeweiligen Situation herauszuholen.

Zukunft
Meine Zukunft stelle ich mir meistens ganz normal vor, ab und zu aber auch total verrückt ! Falls das Verrückte tatsächlich eintrifft, gibt dies mir das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin und vorwärts komme. Es ist die Zukunft, die einen vorantreibt, motiviert, Kraft gibt, manchmal aber auch einschüchtert. Die ganze Situation auf der Welt gibt mir immer wieder zu denken. Es ist sehr schwierig, jetzt einzuschätzen, welcher Weg im Nachhinein als der Bessere erscheinen wird. Wenn ich mir Ziele setze, welche ich mir selber zuerst gar nicht zutraue, ist es super, wenn ich sie später trotzdem erreiche. Es kann jedoch auch umgekehrt sein. Manchmal weiss ich genau, dass ich etwas kann, kriege es jedoch in diesem Moment nicht hin. Gerade dies hat aber auch seinen Reiz. Wenn mein Run an einem Contest mich nicht zufriedenstellt, will ich es wieder versuchen.

Wille
Man muss an sich arbeiten, um Fortschritte zu machen. Durch das Snowboarden habe ich gelernt, mental stark zu sein und Selbstvertrauen zu haben. Man braucht den Willen weiter zu kommen.

Die Wahl
Nach einer zweimonatigen Reise in der Mongolei und China war es für mich schwierig, wieder ins Studium und ins Snowboarden einzusteigen. Es gibt viele interessante Dinge auf der Welt und ich musste mich entscheiden, wie viel Energie ich in was investieren kann.
Mir ist es wichtig, dass ich an das glauben kann, was ich mache; dann habe ich auch das Gefühl, dass ich vorwärts komme.

Wichtig sind auch Freunde und Familie, mit denen ich die Freude an Erfolgen teilen kann, die mich an schlechten Tagen aufbauen und vor allem, weil sie ehrlich sind.
Ich habe mir nach Verletzungen schon Gedanken gemacht, weniger Zeit ins Snowboarden zu investieren. Schlussendlich siegte aber immer meine Leidenschaft für den Sport.

Es ist ein Privileg, in einer verschneiten Landschaft die ersten Linien in den Tiefschnee zeichnen zu dürfen, an neue Orte zu reisen, die Welt und Menschen kennenzulernen. Einfach fahren, sich mit den Entwicklungen im Freestyle-Sport vorwärts treiben lassen, verrückt und kreativ sein ! Stets mit dem Ziel, höher hinaus und vorwärts zu kommen.

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